Bloggen | Leben

Gedanken // Der ständige Drang dazu zu gehören

02/04/2018
Kullakeks - Gedanken - Blume

Als ich vor ein paar Jahren mit dem Bloggen anfing, war mir gar nicht bewusst was mir da so bevorsteht. Ich wollte eigentlich nur meinen Gedanken einen Raum verschaffen und über die Dinge schreiben, die mich so beschäftigen. Dass ich mit dem Blog irgendwann mal ein wenig Geld verdienen würde, dass war mir nicht klar. Und anfangs wollte ich das auch gar nicht. Ich wollte weiterhin dass das Schreiben mein Hobby ist und so lief es auch ganz gut. Doch wie so vieles entwickelte es sich doch anders und die ersten Anfragen trudelten in mein Postfach. Toll, dachte ich und nahm eine nach der anderen an. Doch ist es das was ich möchte ? Soll es so auch weitergehen?

Der Wille nach mehr

Eine Zeit lang hagelte es eine Kooperation nach der anderen und ständig fand man auf dem Blog nur noch *Werbung hier* *Anzeige da*. Klar machte es mir Spaß und die Firmen die auf mich zu kamen waren toll, doch es war auch ein enormer Stress. Anfangs merkte ich es gar nicht so sehr und fing sogar an Firmen selber anzuschreiben. Da war dieser Wille nach mehr und dem Drang dazu zu gehören. Denn schaute ich mich bei den anderen Bloggern um, war ich erstaunt wie viele Kooperationen so manche an Land zogen. Und es schien niemanden zu interessieren dass da bei fast jedem Beitrag WERBUNG stand. Man kann mich vielleicht für blöd halten, aber ich wollte unbedingt genau das gleiche. Ich wollte auch die großen Aufträge haben, tolle Artikel dazu schreiben können und Geld dafür kassieren. Langsam spielte sich alles ein und neben den normalen Alltagsbeiträgen, gab es immer mehr Werbung bei mir zu finden. Es beschwerte sich auch keiner so wie es evtl bei anderen war und ich war zufrieden. Doch hinter jedem tollen Moment kann auch ganz schnell ein schlechter kommen und so war es auch. Denn schnell merkte ich den enormen Druck dahinter. Ich hatte zwar tolle Kooperationen, doch diese mussten ja auch auf den Blog. Und so hieß es so gut wie jeden Abend ab vor den Laptop und arbeiten.

Kullakeks - Gedanken - KInder

Schnell war klar dass ich das so nicht auf Dauer halten kann, denn nicht nur dass es mir Stress verschaffte, nein die Familie und auch die Liebe litt ganz schön darunter. Ständig saß ich Abends am Laptop und merkte gar nicht, wie sehr ich doch meine Beziehung vernachlässigte . Nach und nach arbeitete ich meine Kooperationen ab und beschloss schon recht früh, dass ich zur Weihnachtszeit keinen Adventskalender oder andere Verlosungen starten werde. Ich wollte die Zeit mit meiner Familie genießen und mich endlich wieder mehr darauf konzentrieren.

Eine Plattform folgte der anderen

Dass wir Blogger bei Facebook und Instagram unterwegs sind, ist wohl jedem klar. Dass wir aber auch mit PInterest sehr viel erreichen können, wusste ich bis zum letzten Jahr nicht. Dort finden all die schönen Beiträge die man so schreibt eine tolle Plattform und unendlich viele Leser. Gemeinsam mit ein paar anderen Bloggern fing ich also mit Pinterest an und schnell stiegen die Zahlen in die Höhe. Doch auch hier kommt nichts von allein. Man muss seine Boards füllen, ihnen Futter geben und dass am besten so oft und so regelmäßig wie möglich. Ich verbrachte nun also nicht mehr die Abende am Laptop um Beiträge zu schreiben, sondern um mich mit Pinterest zu befassen. Ich gestehe, es machte wirklich Spaß und wenn man dann nach kurzer Zeit mal wieder seine Zahlen sah, dann sprang das Bloggerherz in die Höhe. Da ich Weihnachten ja eine Pause einlegte, legte ich auch Pinterest nieder und wollte alles zum Jahresanfang wieder in Schwung bringen. Doch es kam anders als gedacht

Keine Lust mehr auf diesen ganzen Druck

Wisst ihr, die meisten Menschen denken ja , dass das Bloggen Pipikram sei. Es ist doch wohl nicht anstrengend einen Blog zu schreiben, schöne Bilder zu machen und das ein oder andere Produkt vorzustellen. Und für manche scheint dass vielleicht auch zuzutreffen, aber nicht für mich. Für mich ist es Arbeit und das auch keine leichte. Ich arbeite Hauptberuflich als Friseurin und dass mit großer Leidenschaft. Ich liebe meinen Beruf und könnte mir im Leben nicht vorstellen diesen aufzugeben. Doch auch das Bloggen macht mir Spaß, doch das ist es. Es soll mir Spaß machen und mich nicht stressen. Und genau dass möchte ich nicht mehr. Ich möchte nicht mehr diesem Druck ausgesetzt sein, ständig der ganzen Bloggerwelle mitschwimmen zu müssen. Natürlich muss ich das nicht , aber jeder der als Blogger irgendwann mal angefangen hat, weiß wovon ich rede. Man schaut sich in der „Szene“ um und ist ( und da bin ich ehrlich ) , auf den ein oder anderen Kollegen schon ab und an neidisch. Man möchte gewisse Dinge auch gerne, möchte dass seine Zahlen bei Analytic und Co. steigen und dass auch die Leserschaft größer wird. Und genau hier war irgendwann bei mir der Punkt angekommen. 

Kullakeks - Gedanken - Mama Tochter

Ich für mich habe beschlossen, dass ich dem Ganzen ein wenig den Wind aus den Segel nehmen möchte. In letzter Zeit mache ich nur sehr wenig Kooperationen, schreibe eher wenigere Beiträge und konzentriere mich mehr auf meine Familie. Das soll nicht heißen dass es andere Blogger nicht machen, aber ich habe nicht diese Kraft dass alles unter einen Hut zu bekommen. Klar spielt auch die aktuelle Entwicklung in Sachen „Werbung“ oder „Anzeige“ bei Instagram eine Rolle, denn auch das stresst mich wahnsinnig. Wie macht man es richtig ? Soll man ab nun alles markieren? Aber das ist ein anderes Thema ….
Es wird weiterhin Artikel auf dem Blog geben und Einblicke in unser Leben. Es wird auch weiterhin Kooperationen geben, denn auch das hat mir Spaß gemacht. Doch ich werde nicht mehr versuchen zu all den Bloggern dazugehören zu müssen. Natürlich muss ich das nicht, aber man hat es halt immer im Hinterkopf.

Ihr seht, in meiner kleinen Birne waren aktuell schon wieder viele Gedanken, die einfach mal ihren Weg gesucht haben. Ich bin dankbar dafür dass ich hier auf dem Blog die Möglichkeit habe, all das zu teilen wonach mir ist. Vielleicht spielt meine aktuelle gesundheitliche Situation auch eine kleine Rolle bei diesen Gedanken, aber selbst wenn nicht, es ist aktuell und somit Teil meines Lebens. Ich werde übrigens auch meinen YouTube-Kanal schließen. Dieser liegt eh seit gut einem Jahr brach und nun darf er sich komplett verabschieden.

 

Alles Liebe,
Saskia

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