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Leben // Und manche Dinge passieren einfach

17/03/2018
Kullakeks - Papillom - Galaktographie - Brust

– Ich sitze im Wartezimmer und starre auf die Bilder an der Wand. So nervös war ich in meinem ganzen Leben glaub ich noch nicht. Meine Hände sind verschwitzt, mein Herz schlägt mir bis in den Kopf. Und dann höre ich meinen Namen. Ich gebe Marco einen Kuss und für die nächsten 45 Minuten verschwinde ich im Behandlungsraum …. –

Ihr werdet euch jetzt sicherlich fragen wovon ich rede oder ? Ich habe lange überlegt ob ich davon erzähle oder es einfach lasse. Doch während meiner damaligen Recherche zu diesem Thema, hab ich mich dumm und dusslig gesucht und wirklich fündig bin ich nicht geworden. Aber ich fange einfach mal von vorne an. Es ist jetzt gut zwei Jahre her und alles begann an einem Montag. Ich hatte die Kinder in den Kindergarten gebracht und wollte unter die Dusche. Beim Ausziehen stellte ich fest dass in meinem BH seltsame Flecken zusehen waren. Ich schaute an mir runter aber zusehen war nichts. Bis es mir dann doch auffiel. Mir lief Flüssigkeit aus der linken Brust. Ich dachte im ersten Moment an eventueller Restmilch, doch nach so langer Zeit ? Wie Frau dann so ist, drückte ich ein wenig und dann kam der Schock. Mir lief nicht nur Flüssigkeit aus der Brust sondern Blut. Ich wusste gar nicht so genau was ich machen sollte und setzte mich erstmal hin. Nach kurzer Schockphase rief ich bei meiner Frauenärztin an. Man riet mir dazu sofort in die Praxis zu kommen und es untersuchen zu lassen. Doch da ich kein Auto daheim hatte, rief ich meine Freundin an und diese fuhr mich dann zu meiner Ärztin. 

Diagnose Papillom 

Ich kam relativ schnell ran und erklärte meiner Ärztin war los ist. Sie untersuchte mich direkt und machte einen Abstrich. Doch ihr Verdacht war direkt ein Papillom in den Milchgängen. Dies ist ein seltener gutartiger Tumor und macht sich in den meisten Fällen durch Flüssigkeits-/ oder Blutabsonderung aus der Brust bemerkbar. Sie überwies mich direkt weiter zu einer Galaktographie und schickte den Abstrich zur Untersuchung. Wenige Tage später rief mich meine Ärztin an und sagte mir, dass der Abstrich gutartige Krebszellen aufwies und ich die Galaktographie auf jeden Fall machen sollte. Ich rief direkt mein Arzt an und lies mir einen Termin geben. Und dann war er da, der Tag vor dem ich totale Angst hatte. Ich konnte das ganze nicht allein machen und so war ich froh, dass Marco mit kam und mich unterstützte .

Galaktographie – was ist das ?

Im Wartezimmer stieg meine Nervosität immer weiter und so war ich irgendwie erleichtert als endlich mein Name fiel. Im Behandlungsraum bekam ich dann noch einmal erklärt was nun gemacht wird. Als erstes sollte eine Mammographie gemacht werden, um die das ganze ohne Kontrastmittel zu sehen. Danach sollte mir mit einer kleinen Kanüle Kontrastmittel in die Brustwarze gespritzt werden, um die einzelnen Milchgänge sichtbar und das Papillom ausfindig zu machen. Und wieder stieg die Nervosität ins Unermessliche und mein Herz schlug mir bis in den Kopf. Dann war es soweit. Vor der Galaktographie wurde meine Brust noch einmal örtlich betäubt und dann ging es los. Zwei Arzthelferinnen und der Arzt waren mit mir im Raum und alle unendlich nett. Eine Helferin saß die ganze Zeit neben mir und sprach mir gut zu, denn es tat trotz Betäubung weh. Es war kein richtiger Schmerz aber  der Druck so unangenehm und das Gefühl des Kontrastmittels einfach eklig. Das Ganze war jedoch recht schnell wieder vorbei und so konnte ich mit dem Kontrastmittel wieder in den Mammographie-Raum.

Weitere Kontrolle und Operation

Nachdem ich alles hinter mich gebracht hatte kam der Arzt noch einmal zu mir und erklärte mir den weiteren Verlauf. In einem meiner Milchgänge konnten sie ein Papillom feststellen und dieser verursachte eben diese Absonderungen. Man könnte ihn nun direkt mit einer Operation entfernen oder ihn erst einmal weiterhin beobachten. Wichtig sei jedoch, dass er eben unter Beobachtung bleibt, da sich auch in der Nähe einen Papilloms ein bösartiger Tumor entwickeln kann. Ich sagte ihm dass ich das Ganze mit meiner Frauenärztin weiter besprechen werden und verabschiedete mich. Beim Gespräch mit meiner Ärztin entschieden wir uns beide ihn erst einmal weiterhin zu beobachten und abzuwarten. Ab diesen Momenta hatte ich so gut wie 1 1/2 Jahre nichts. Keine Schmerzen, kein Ziehen und auch kein Blut. Bis vor kurzen….

Dieses Mal war es nur Blut und auch mehr. Ich fuhr direkt wieder zu meiner Ärztin und sie schickte es direkt wieder ein. 4 Tage später telefonierten wir uns es hieß dass neben den gutartigen Krebszellen nun auch der Entzündungswert hoch sei, ich aber , sofern ich keine Schmerzen habe, erst noch einmal abwarten sollte.
Wenige Wochen später war ich dann wieder bei ihr und wir sprachen über die Eventualitäten. Da bis dato ein drittes Kind geplant war, riet sie mir dazu evtl. das Papillom erstmal allein zu entfernen. Dies ist jedoch keine Versicherung dass es nicht wieder kommen wird. Die andere Möglichkeit sei, das Gewebe in der Brust komplett zu entfernen und einen Brustaufbau durchzuführen. Hierbei wäre das betroffene Gewebe komplett weg und somit auch das Risiko einer Neubildung. 

 

Wie geht´s jetzt weiter ?

Ja das ist eben die Frage. Im Mai habe ich einen weiteren Termin zu Krebsvorsorge bei meiner Frauenärztin und dann werden wir alles weitere besprechen. Ich habe Angst, große Angst und ständig geht mir dieses Wort Krebs nicht mehr aus dem Kopf. Ich weiß dass es bisher gutartig ist und dass alles operiert werden kann, aber da ist dieses Wort. Ihr könnt euch vorstellen wie es mir in der Zeit danach ging und wie meine aktuellen Gedanken deswegen aussehen oder ? Ich bin mir nicht sicher wie wir uns entscheiden werden oder welcher Weg für mich der richtige sein wird, ich weiß nur dass was passieren muss. Und ich möchte, egal wie es weitergeht, gerne weiterhin davon erzählen. Denn mir ging es so dass ich zu diesem Thema einfach nichts wirklich hilfreiches gefunden habe. Klar in manchen Foren fand ich kurze Berichte aber das war´s dann auch schon. 

 

Jetzt in diesem Moment geht es mir gut. Ich habe es gebraucht euch davon zu erzählen und mir ein wenig Luft zu machen. Und eben auch so etwas gehört zum Leben dazu und man sollte drüber reden. Ich danke euch auf jeden Fall dafür , dass ihr es gelesen habt 🙂

 

Alles Liebe,
Saskia

  1. Mensch, nun habe ich Gänsehaut! Danke, dass du das mit uns teilst. Ich habe bisher noch nie davon gehört. Du bist eine wirklich starke Frau! Ich ziehe den Hut vor deiner Offenheit und wünsche dir ganz viel Gesundheit.

    1. Ich kannte es vorher auch nicht und war mir gar nicht wirklich bewusst was es genau ist.
      Darüber zu schreiben tat mir sehr gut und hat mir irgendwie einen Teil meiner Angst genommen .

  2. Meine Liebe Saskia, fühl dich ganz fest gedrückt! Ich finde deine Offenheit immer gut! Ich drück dir die Daumen, dass du nicht zu viel grübelst und zu einer Entscheidung kommst, die dir hilft. Physisch wie psychisch <3 deine sandra

  3. Oh man, das tut mir sehr leid. Und ich drücke ganz fest die Daumen, dass alles gut ausgeht. Du entscheidest dich sicher richtig ❤ Danke, für Deine Offenheit

    1. Ich habe bemerkt dass ich es immer weiter in mich hinein gefressen habe und das wollte ich ändern. Und da ich im WWW keine wirklichen Erfahrungsberichte fand, wollte ich nun den ersten Schritt machen.

  4. Hallo Saskia,
    ich finde es gut, dass Du solche Sachen auch ansprichst und wünsche Dir alles Gute und dass Du die für Dich richtigen weiteren Entscheidungen triffst.
    Alles Liebe Jane

  5. Hallo Saskia,
    das ist ja krass! Ich kann mir genau vorstellen wie Du von Untersuchung zur Untersuchung gegangen bist und am Ende doch etwas ratlos dastehst! Das wird keine leichte Entscheidung sein, aber deine Intuition wird Dir deinen Weg weisen. Das Wort Krebs ist tatsächlich ein großer Begriff, der uns allen Angst macht und deshalb drück ich dich hiermit ganz fest und wünsche Dir, dass die richtigen Menschen an deiner Seite – auch auf der medizinischen und alternativen Seite sind. Schreib gerne darüber – erst recht, wenn man sonst nichts darüber hört und liest. Vielleicht gibt es ja noch mehr Frauen, die darüber lesen wollen oder betroffen sind. Alles Liebe!

    1. Ja das Schreiben darüber tut mir in der Tat sehr gut. Ich denke dass es auch unabhängig von meinen Arztbesuchen und evtl. Behandlungen öfter hier zur Sprache kommt. Danke Ira für deine lieben Worte :*

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