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Mama sein // Viel Geschrei, Wut und Hilflosigkeit

02/06/2018
Kullakeks - Gedanken - Mama sein

Die Kinderzimmertür knallt, aus dem Zimmer tönt lautes Geschrei und ich sitze auf der Treppe und beiße mir vor Wut auf die Lippen. Was mache ich momentan nur so falsch, dass das hier nicht rund läuft ? Was geht in dem Kopf meines Kindes vor, dass sie so viel Wut in sich trägt ? Diese und noch viel mehr Fragen schwirren so gut wie täglich in meinem Kopf umher. Ich bin ehrlich, es läuft bei uns momentan nicht wirklich rund. Bei Instagram hab ich vor kurzen schon mal kurz angeschnitten dass es zwischen Motti und mir momentan sehr sehr schwierig ist und bis jetzt ist es nicht besser geworden.  Ganz im Gegenteil, ich hab sogar das Gefühl, dass es noch schlimmer geworden ist. 

Unser täglicher Kampf

Meist beginnt es schon morgens und wir beide rasseln schon vor dem Zähne putzen aneinander. Es sind Kleinigkeiten und man merkt regelrecht wie die Stimmung hoch kocht. Doch jeder Versuch es ruhig und entspannt mit ihr zu lösen, scheitert. Egal was ich sage, ich stoße auf Granit. Insgeheim hoffe ich gerade, dass viele von euch jetzt nickend vor dem Artikel sitzen und ich nicht die einzige mit diesen Problemen bin. Denn wisst ihr, ich weiß momentan wirklich nicht mehr weiter. Also nicht nur ich, sondern auch Marco. Oft reden wir über die aktuelle Situation und finden einfach keine Lösung. Klar wir sind konsequent und haben hier auch gewisse Regeln, doch es muss doch irgendetwas bei ihr sein, was das alles auslöst. 

Schon nach ein paar Sekunden einer Auseinandersetzung fängt sie an mich anzuschreien und im schlimmsten Fall haut sie sogar nach mir. Ich weiß nicht woher sie das hat, denn von uns kommt es nicht aber es erschwert das Ganze natürlich enorm. Doch binnen Sekunden wird sie von der lieben zur bösen Motti und das ist noch untertrieben. Ich habe mir eigentlich mal geschworen, dass ich zum Schulbeginn weniger von ihr erzähle, doch im Moment muss ich es mir von der Seele schreiben und frage mich eben oft was ich wohl falsch mache ?

Kullakeks - Gedanken - Mama sein - Schulkind

Androhungen, Verbote und Regeln

Ich sage es mal so, wir haben alles durch. Ja auch wenn ich sehr für eine bindungsorientierte Erziehung bin und meine beiden hier oft viel Verständnis von uns erfahren, haben wir eben auch diese Wege gesucht. Fast täglich fiel hier der Satz „entweder machst du das jetzt oder … „: Ich bin ehrlich, ich schäme mich auch ein wenig dafür. Diese Drohungen möchte ich nicht aussprechen, denn ich war immer der Meinung, dass wir es auch anders regeln können. Drohungen und Verbote sind für mich nicht der richtige Weg und gern hätte ich dafür eine andere Lösung. Es gibt selten Tage, an denen sie nicht laut wird, mir irgendwelche Dinge an den Kopf wirft und der Meinung ist hier ist alles blöd. Klar, wenn ich so an mich zurück denke dann sitzt mein damaliges Ich jetzt neben mir und sagt “ siehst du, so ging es uns damals auch“.

Die ewige Frage

Was ich jetzt von euch hören möchte oder was ich mit dem Beitrag bezwecken will ? Ich weiß es nicht. Was ich weiß ist, dass all das zum groß werden dazu gehört und sie gewisse Dinge austesten muss um sich selber zu finden. Und das ist auch richtig so und für sie auch wichtig. Und ich weiß auch dass alles meist nur eine Phase ist und auch wir irgendwann wieder eine dauergrinsende Motti bei uns Zuhause haben. Doch aktuell ist so ein Punkt, an dem ich merke wie sehr ich erziehungstechnisch an meine Grenzen stoße. Gerade dann, wenn sie mich permanent anschreit und es bei mir irgendwann überkocht. Dann schreie ich zurück und schon beim ersten Satz bereue ich es. Denn wie soll Motti lernen, dass man mit Geschrei nicht weiterkommt, wenn Mama oder Papa es ja selber nicht besser machen. Wie soll sie merken, dass das was sie gerade macht nicht richtig ist ? Ich stelle mir oft die Frage ob wir was falsch machen oder ob wir was ändern müssen. Geht es nur uns so oder ist es in den anderen Familie ähnlich? Ich denke schon und habe die Hoffnung, dass es anderen Mamas und Papas genauso geht und man eben doch nicht so viel falsch macht. Nein man versucht sein Bestes und muss sehen, dass das alles ein positives Ende nimmt.

Mama sein - Gedanken - Mutter und Tochter

Wie läuft dass denn bei euch so ? Habt ihr auch momentan einen kleinen Schulwütling Zuhause und vielleicht DEN Tipp für mich ? Dann schreibt mir doch gern in die Kommentare und lasst uns ein wenig darüber diskutieren.

 

Alles Liebe,
Saskia 

  1. Mir hat mal eine Erzieherin gesagt, dass sie da ihre Grenzen austesten und „am Schlimmsten“ sind, wo sie sich am sichersten fühlen. Eben zu Hause. Die Kita kennt den kleinen Wutzwerg, der hier grad wohnt offensichtlich gar nicht. Dort ist sie ausgeglichen und happy… Also, tröste ich mich damit, dass wohl doch nicht alles falsch zu sein scheint…
    Und ich finde, dass man auch als Mama mal die Nerven verlieren darf. Nur so sehen Kinder, dass wir auch Grenzen haben. Ich entschuldige mich hinterher und wir reden darüber. Aber immer alles dauergrinsend ertragen finde ich falsch! So reagiert die Welt später auch nicht auf das Kind!

  2. Liebe Saskia,
    Du bist nicht alleine 😏
    Meine bald 8 jährige ist Momentan auch sehr ähnlich wie Motti.
    Ganz schlimm ist momentan das hören.
    Wenn man ihr was sagt, wird es mit Absicht ignoriert.
    Einen Tipp kann ich dir da leider auch nicht geben, da bräuchte ich selbst mal einen..😅

    LG und ganz viel Kraft euch 😘

  3. Hallo Saskia,
    ich kann dir sehr nachfühlen, denn auch unsere Tochter (im März 7 geworden) hat immer mal wieder solche „Wutphasen“, die mehrere Wochen andauern können.
    Gerade befinden wir uns auch wieder in einer solchen Phase, zuletzt hatten wir sie im letzten Herbst, kurz nach der Einschulung.
    Erstmal: Du und ihr macht nichts falsch.
    Du bist eine sehr liebevolle und reflektiere Mutter, die ihre Aufgabe als Mutter sehr ernst nimmt.
    Ich möchte dir den Tipp geben, vielleicht mal eine Erziehungsberatungsstelle aufzusuchen. Und zwar nicht (!), weil du überfordert wärest, irgendetwas falsch machst oder du es alleine nicht schaffen würdest, sondern einfach, um dich dort beraten zu lassen, dir Bestätigung zu holen, vielleicht den ein oder anderen Tipp und am Ende das Gefühl hast, etwas für euch getan zu haben.
    Letztlich wissen wir ja immer, dass es nur eine Phase ist. Aber manchmal tut es auch ganz gut, mit jemandem zu sprechen, der einen versteht und einen ein bisschen motiviert. 🙂
    Liebe Grüße & ein schönes Wochenende für euch !

  4. Liebe Saskia. Wackelzahnpubertät kommt mir da in den Sinn. Wackeln die Zähne, wackelt die Seele. Egal was es ist, ich denke nicht, dass du etwas falsch machst und auch denke ich, dass Verbote und Drohungen sowie Strafen auch eher das Gegenteil bewirken könnten. Fühl dich feste gedrückt!

  5. Huhu Saskia,

    wir steckten um die Weihnachtszeit in einer ähnlichen Phase. Meine Tochter war total gereizt und wütend auf alles und jeden. Was für mich persönlich am Schlimmsten war, war das sie sich plötzlich absolut respektlos anderen Menschen gegenüber verhielt, sogar gegenüber ihren Freunde und deren Eltern, etc . Ich habe mein Kind überhaupt nicht mehr wiedererkannt und hab oft abends geweint, weil ich es mir einfach nicht erklären konnte und weil ich mein liebes Mädchen vermisst habe. Auch, weil ich mich gefragt habe, was ich falsch gemacht habe. Jetzt im Nachhinein würde ich es auch auf die sogenannte Wackelzahnpupertät zurückführen, denn nach einigen (sehr anstrengenden und nervenraubenden) Wochen war der Spuk plötzlich wieder vorbei und zwar unmittelbar nachdem der erste Wackelzahn raus war. Mittlerweile hat sie schon ihren zweiten verloren und ein dritter wackelt und jedesmal ist da wieder eine Veränderung in ihr, aber Gott sei Dank nicht mehr so dolle wie beim Ersten. Ich hoffe ich kann dir etwas Mut machen. Meine Tochter ist übrigens 6, zu dem Zeitpunkt war sie allerdings noch 5. sie ist im März 6 geworden.

  6. Hallo.
    Ich finde mich voll in deinem Artikel wieder mit meinen Kindern 2 und 6 Jahre.Ich bekomme nur momentan die Ladung doppelt vorgesetzt und stoße immer öfters an meine Grenzen wo ich aber auch keine Antworten weiß.Ich hoffe es gibt sich von selbst weil ich mittlerweile bei jedem Weg kläglich scheiter. Aber schön zu wissen dass man nicht alleine ist.

    1. Auch wenn es für dich vielleicht keine Hilfe ist, aber es freut mich dass auch du nicht damit alleine bist.
      Ich denke wir alle meistern unsere Aufgabe recht gut und hoffe dass auch diese Phase für uns bald überstanden ist.

      Liebe Grüße
      Saskia

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