Eltern sein

Leben // Streit kommt in den besten Familien vor

05/09/2017
Kullakeks Schwestern Streit
 
… und dann merkt man wie diese „Wut“ langsam in einem aufsteigt. Wie es im Bauch kribbelt und man am liebsten zurück schreien möchte. Man wird laut und das eigenen Kind schreckt zusammen und weint noch mehr. War es das wert ? War das jetzt richtig ? Hätte man es doch anders besser gemacht ? …
 
Genau diese Situationen kennen wir leider zur Genüge und ich wünschte mir so manches mal es wäre nicht so. Doch man kommt als Eltern glaube ich nicht drumherum und wenn dann eine dieser Situationen eskaliert ist, fängt man an zu hinterfragen. Jedenfalls geht es uns so. Wir fragen uns ob die Weise wie wir diese Dinge handhaben die richtige ist. Ob es gut ist den Kindern einen eigenen Weg zu geben um mit der Situation zurecht zu kommen oder nicht. Oft hört man eben Kinder brauchen Grenzen und Regeln sonst tanzen sie einem auf der Nase herum. Was unsere gewiss nicht tun aber manchmal fragt man sich eben ob die ein oder andere Grenze vielleicht besser gewesen wäre. Ich kann nicht mit Ratschläge daher kommen, da einfach jedes Kind anders ist. Selbst bei uns ist es so dass das eine Kind anders behandelt werden muss in Streitsituationen als das andere. Motti z.B braucht jemanden bei sich. Sie braucht jemanden der mit ihr in dem Raum sitzt und ihr somit vermittelt „Ich bin für dich da„. Denn irgendwann bricht es aus ihr raus und die Tränen laufen nur so. Und dann muss es schnell gehen. Dann braucht sie einen der sie in den Arm nimmt und ihr sagt dass alles gut ist. Das man mal wütend sein darf und man sich trotzdem noch lieb hat.

 

Und bei Mini ist das etwas ganz anderes. Sie braucht den Raum für sich. Man muss sie zwar aus der Situation heraus nehmen aber sie dann am besten allein lassen. Es ist für sie besser diesen Moment für sich allein zu sein. Das klingt vielleicht für den ein oder anderen hart aber so ist es wirklich besser. Denn dann, dann kommt irgendwann der Moment wo sie sich beruhigt, zu einem kommt und man normal mit ihr reden kann. Gerade bei ihr merkt man dass der Kopf oft nicht mehr weiß warum sie überhaupt sauer war. Und oft kommt dann nur ein “ Man Mama ich hab doch nur hunger “ .
 
 

Und der Tag ist vollgepackt mit Streit

Jede  Mama, jeder Papa kennt das glaub ich nur zu gut. Man steht morgens auf und schon beim Zähne putzen gibt es den ersten Krach. Die große Schwester hat der Kleinen die Zahnpasta drauf gemacht und das war falsch. Man versucht zu schlichten aber Fehlanzeige. Irgendwann beruhigt es sich wieder, die Zähne sind geputzt und der Morgen kann weiter gehen. Bereit für Schule und Kindergarten geht es dann zur Haustür. „Ich mach sie auf “ … „Nein ich mach die Tür auf“ Und schon geht es heiter weiter. Doch der Tag scheint wie verhext und so zieht sich dieses Streitthema durch den ganzen Tag. Man selber wirkt schon total gereizt und genervt, mag die Kinder am liebsten vor den Fernseher parken, damit man mal 5 Minuten Ruhe hat. Doch das würde auch wieder nur Streit geben , denn das gleiche schauen wollen ist irgendwie unmöglich. Bei Mittagessen wird sich um den Becher gestritten, beim Spielen um das Pony und und und. 
Und dann, dann ist er da. Der Moment in dem man plötzlich ausbricht, laut wird und am liebsten seine 7 Sachen packen möchte um abzuhauen. Doch das geht nicht. Man kann nicht einfach hinschmeißen und die Kinder allein lassen. Man muss versuchen mit dem besten Willen all das zu meistern. All den Streit, die Wut und die Trauer zu meistern und den Tag doch noch positiv zu gestalten. Ich persönlich empfinde das als wahnsinnig schwer und bin oft überfordert damit . Es ist auch nicht dies zuzugeben, nein ganz im Gegenteil. Ich finde es wichtig. Man sollte ehrlich sein und das nicht nur zu sich selber. Manchmal, wenn der Tag wirklich so abläuft und alles nur noch Stress ist, dann schnapp ich mir meine beiden und rede. Ich erkläre ihnen dass ich es doof finde wie der Tag abläuft, dass ich es nicht aushalte und das es mich auch traurig macht. Und was soll ich sagen, es funktioniert. Sie verstehen mich und das schönste daran, sie umarmen mich und sagen mir dass sie mich lieb haben. Klar gibt es dann trotzdem immer wieder kleine Streitigkeiten aber man merkt ihnen an dass sie meine Worte im Kopf haben. 
 
Wir sind Eltern, wir sind Vorbilder, Lehrer und Freunde. Doch wir sind eben auch Menschen und ich finde es unendlich wichtig zu zeigen dass man irgendwann auch nicht mehr kann. Das man schwach sein darf und zeigen darf wenn der Punkt erreicht ist. Ich zeige diesen aber eben nicht nur Marco sondern auch den Kindern. Ich möchte dass sie sehen dass Mama eben auch mal wütend , traurig oder kaputt ist. Sie dürfen ihre Gefühle ja auch offen zeigen und uns mitteilen und so sollte es bei uns auch sein. Ich gehe nicht zum weinen ins Badezimmer nur damit meine Kinder mich nicht sehen. Nein sie sollen es eben sehen dürfen. Sie sollen wissen dass Mama ebenfalls Gefühle hat und diese zeigen darf. Was würde es mir bringen wenn die Kinder sich mir gegenüber nicht mehr öffnen würden. Und dazu gehört eben auch dass sie mal laut werden und ihr Wut zeigen. Solang wir aus den Situationen wieder raus kommen, wir reden und füreinander da sind, ist doch alles gut oder ?
 
Alles Liebe,
Saskia
  1. Oh wie gut ich das doch alles kenne.Meine Mädels haben denselben Altersunterschied nur sind sie 1.5 jahre junger als deine.Wir haben genau dieselben Situationen,das mit der Zahnpasta,Tür,Becher,es gibt immer wieder was zu bestreiten.Ich dachte es wird bald besser,aber wie man sieht ist dem nicht so.Na zumindest bin ich nicht allein😂 und ja jeder darf seine Emotionen zeigen,wir sind schlieslich keine Roboter!

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