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Erfahrungen // Wie ich mit offenen Fragen mehr von meinen Kindern erfahre

11/09/2017
Offene Fragen für Kinder
 
Nun ist seit einem Monat unser Alltag ein wenig anders und wir alle haben uns mittlerweile gut in die neue Situation eingefunden. Motti geht gerne zur Schule, hat Spaß und schon so einige neue Freunde kennengelernt. Für sie passieren täglich neue aufregende Dinge und diese möchte sie auch gerne mit uns teilen. Was mir jedoch deutlich aufgefallen ist, ist die Tatsache dass sie nicht so recht weiß was sie uns denn erzählen soll. Wie wir das aber ändern konnte, bzw wie wir nun mehr von ihr erfahren, möchte ich euch heute berichten.

Kein Ja oder Nein

Anfangs holte ich sie von der Schule ab und kaum waren wir im Auto kam schon meine erste Frage . 
Na wie wars in der Schule ? “ 
Ihr Antwort darauf war kurz und knapp :
War toll
Mhhhh, das war jetzt aber nicht alles oder ? Ich möchte doch gerne wissen was sie so gemacht hat, was sie erlebt hat. Wieso bekomme ich dann nur ein GUT ? Relativ schnell änderte ich meine Fragestellung und schwups plauderte Motti los wie ein Wasserfall. Ich habe mich einfach mal versucht in ihre Lage zu versetzen und darüber nachgedacht wie ich antworten würde. Wenn mich jemand fragt wie mein Tag war antworte ich auch meist nur mir “ Ja ganz gut “ oder “ Nicht so toll“
Doch wie ist es, wenn man die Fragen einfach mal ändert ? Und das hab ich gemacht. Ich habe Motti nicht mehr nur gefragt wie ihr Tag war, sondern ganz bestimmt Situationen erfragen.

Hier mal ein paar Beispiele:

  • Was habt ihr denn heute in Mathe gemacht ?
  • Mit wem hast du denn heute am liebsten gespielt?
  • Ist heute auf dem Pausenhof irgendwas witziges oder doofes passiert?
  • Gab`s heute jemanden der total nett zu dir was ?
  • Was haben die anderen denn so am Wochenende gemacht ?
  • und und und
Und so kann ich meine Fragen immer weiter ausholen. Ich finde es so toll wie viel Motti mir nun erzählt. Vor kurzen gab es einen kleinen Zwischenfall auf dem Schulhof. Zwei Jungs haben einen anderen geärgert und nachdem ich Motti fragte was ihr heute in der Schule so gar nicht gefiel, erzählte sie mir sofort was passiert war. Sie hörte gar nicht mehr auf und war total entsetzt dass die Jungs so gemein waren zu dem anderen. Doch nicht nur von solchen Momenten kann sie mir berichten, nein auch das Thema Unterricht wird so viel offener für mich . Denn Wenn ich nur Frage wie der Unterricht war , dann bekomme ich auch da nur ein “ Ganz gut “ oder “ Langweilig“ . Jetzt aber frage ich gezielt, mit einer Frage auf die sie nicht nur mit Ja oder Nein antworten kann. Sie ist „gezwungen“ mir mit ganzen Sätzen zu antworten und kann ihren Tag so noch mal Revue passieren lassen. Gab es in Mathe nämlich eine neue Zahl die sie erlernt hat oder war in Deutsch die Schwungübung ein bisschen schwerer als sonst, so weiß ich ab nun bescheid. 
Offene Fragen bei Kindern- Wie war dein Tag ?

Und wie ist es für Motti?

 
Ich habe das Gefühl dass sie es auch schöner findet wenn ich ganz genau frage. Wenn ich direkte Fragen stelle auf die sie mit Sätzen antworten muss. Oder nein besser gesagt, mit denen sie mir Geschichten erzählen muss. Sie findet es toll mir von ihrem Tag zu erzählen und zur Kindergartenzeit war dass auch irgendwie noch einfach wie ich finde. Bei Mini ist es immer noch so dass sie selber kommt und erzählt was sie gemacht hat . Doch auch dort verwende ich die offenen Fragen mittlerweile öfter als vorher. Denn so erfahre ich viel mehr und das genieße auch ich total.
Ich finde es schön trotzdem so die Möglichkeit zu haben , in einer gewissen Form am Vormittag meiner Kinder teilzunehmen . Und sie genießen es, dass Mama sich die Zeit nimmt, um all das zu erfahren 🙂
 
 
Wie handhabt ihr dass denn ? Stellt ihr auch eher offenen Fragen oder ist euch das mit den “ Ja/Nein-Fragen“ auch schon bewusst aufgefallen ?
 
 
Alles Liebe,
Saskia

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