Entwicklung

Leben // Von der schüchternen Maus, zum selbstbewussten Kind

07/10/2017

Ich sitze am Bett von Mini und warte darauf dass sie einschläft. Ja ich begleite mein Kind ( knapp 5 Jahre ) noch in den Schlaf. Manches Mal wünsche ich mir natürlich auch dass sie das allein hin bekommt, aber an diesem Punkt sind wir eben noch nicht. Ich sitze auf dem Sitzsack, streichele Minis Hand und ganz plötzlich guckt sie mich an und sagt : 

“ Mama …. weißt du …. ich liebe dich !“ 

Es ist nicht so als hätte ich es vorher zu ihr gesagt. Mitten aus dem nichts heraus sagt sie es und ich fange an zu grinsen. Natürlich antworte ich ihr und sage ihr dass ich sie auch liebe. Und dann kommt mir eine Frage. Wie kann das sein ? Wie kann es sein dass ein so kleiner Mensch , so wunderbar ist. Es kann der schlimmste, stressigste und anstrengendste Tag überhaupt gewesen sein. Sie sagt einen so wundervollen Satz zu mir und schon ist die Welt wieder schön . Ich bin verliebt in diese kleinen Wunder. Ja es klingt wahnsinnig kitschig und der ein oder andere hört hier jetzt bestimmt auf zu lesen, aber es ist so. Ich habe meine Kinder vom ersten Tag an geliebt, das steht außer Frage , aber genau jetzt, wird es immer mehr und mehr. Die beiden haben ein Alter was untereinander manchmal große Konflikte auslöst. Aber allein und mit voller Aufmerksamkeit auf sich, ist es gerade wahnsinnig spannend. Besonders bei Mini fällt es mir enorm auf. Sie hat in diesem einem Jahr eine Entwicklung hinter sich gelegt, was mich wirklich fasziniert. Bei Motti war es bestimmt genau so und wenn ich den ein oder andere Artikel aus dieser Zeit lese, dann werde ich das bestimmt auch wiederfinden. Aber ich empfinde es bei Mini noch extremer. Vielleicht auch aus dem Grund dass sie eben empfindsamer, sensibler ist. Oder weil sie das zweite Kind ist und man sonst immer alles eher so nebenher laufen hat. Aber bei ihr ist es wirklich enorm.

Gespräche mit dem eigenen Kind

Ein ganz wichtiger Punkt sind unsere Unterhaltungen. Man hat ganz deutlich das Gefühl dass sie ernster genommen werden möchte. Sie setzt ihre Standpunkte ganz klar fest. Oft ist es immer noch schwierig in Stresssituationen mit ihr zu reden, aber hat sich die erstmal beruhigt, dann redet sie wie wild drauf los. Auch im Kindergarten wurde mir ganz klar mitgeteilt dass sie sich wahnsinnig entwickelt hat. Sie tritt selbstbewusster auf, nimmt an Aktionen teil und redet mit jedem aus dem Kindergarten. Klar hat sie weiterhin ihre Bezugspersonen, aber ihre Kommunikationsradius ist wahnsinnig gewachsen.
Gerade das Selbstbewusstsein merkt man ihr an. Sie probiert sich aus und testet neue Dinge. Mich macht das wahnsinnig stolz. Immer wieder haben wir kleinere Rückschläge und sie verschließt sich von jetzt auf gleich, aber auch dass bekommen wir in den Griff.

Selbstbewusste kleine Mini

Wie wird es weitergehen?

Eine ganz bestimmte Frage schwirrt mir natürlich seit längerem durch den Kopf. Wie wird es für sie sein, wenn sie dann zur Schule kommt. Natürlich hab ich die Ängste, dass sie durch ihre doch sensible Art , dort untergehen wird.  Ich kann mich aber auch gewaltig irren. Was wenn sie dort erst recht aufblüht und die zwei Jahre Kindergarten jetzt noch enorm viel ausmachen ? Meine Heilpraktikerin sagt damals, als wir mit ihr zum aller ersten Mal dort waren, “ Saskia mit der kleinen Maus wirst du mal ganz viel Spaß haben „. Und sie hatte Recht. Sie forderte mich die ersten zwei Jahre immens und tut es auch heute manchmal noch. Aber gerade die ersten beiden Jahre, haben mir gezeigt wie viel Kraft ich in so eine kleine Person investieren kann. Und mit wie viel Geduld man eben an gewisse Situationen rangehen muss.  

Die gleiche Frage die ich mir jetzt stelle, habe ich mir auch vor dem Kindergarten gestellt. Ich hatte Angst vor dieser Aufgabe und Zweifel ob es für sie das richtige ist. Aber ich wurde eines besseren belehrt und merke, ich sollte den Dingen einfach mal ihren Lauf lassen. Was aber ganz deutlich geworden ist, ist die Tatsache , dass sie ohne ihre Schwester besser zurecht kommt. Sie bewegt sich freier, sie tritt selbstbewusster auf und zweifelt nicht mehr zu an sich.

Schwestern klettern am Etagenbett

In der Anfangszeit war Motti ihr selbstverständlich eine große Hilfe um sich im Kindergarten überhaupt zurecht zu finden. Und ich glaube auch dass das in der ersten Schulzeit bestimmt auch von Vorteil sein wird. Aber wir merken eben ganz deutlich, dass sie allein besser zurecht kommt, als wenn jemand von uns dabei ist. Denn sobald sie merkt, es ist jemand aus ihrem vertrauten Umfeld dort, der sie in ihren Zweifeln vielleicht noch bestärkt, schon fällt sie wieder ein Stück zurück.

Der richtige Weg

Ich bin so glücklich über ihre Entwicklung und so dankbar. Dankbar dafür , dass wir den Schritt gewagt haben und sie letztes Jahr in den Kindergarten gebracht haben. Und auch wenn die Eingewöhnung eben deutlich länger ausfiel, es hat sich doch gelohnt. Sie geht gerne dorthin, hat viele Freunde und fühlt sich pudelwohl. Und während ich hier so auf meine Tastatur tippe, liegt darunter eine Collage von Bilder. Mini als Baby und die Erinnerungen an die erste Zeit kommen hoch. An die Zeit in der ich oft verzweifelt war und mich fragte ob das alles so richtig war. Ob ich das alles schaffe und die Kraft für ein so starkes Baby habe. Doch ich hatte sie und nicht nur unser gemeinsamer Weg war richtig, sondern eben auch meiner. Mein Weg gemeinsam mit ihr, mit meiner Familie und mit ganz viel Liebe.

 

Alles Liebe,
Saskia

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