Geduld | Gelassenheit | Leben

Leben // Auf der Suche nach der Geduld

15/06/2016

Wenn ich an die Zeit zurück denke an der die Mädels noch ein kleines Bündel Menschlein waren, dann erinnere ich mich auch immer wieder an die Gelassenheit die man damals hatte.
Es war egal dass man zu einer gewissen Feier evtl. zu spät kam, da das Baby eben doch noch hunger hatte und dann ganz spontan alles wieder raus lies. Man musste sie wieder komplett umziehen und kam dadurch mal eben 1 Stunde später. Ich fand das alles gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil, es war ja irgendwie normal dass man mit einem Baby eben nicht alles zeitlich perfekt hin bekommt.
Doch gerade in letzter Zeit frage ich mich wo diese Gelassenheit hin ist. Ist es wirklich so dass man sie mit größer werden der Kinder irgendwie verliert oder unterdrückt? So kommt es mir auf jeden Fall vor. Es fängt meist schon morgens an. Die Kinder sind wach und es geht zum Zähne putzen. Im Hinterkopf hab ich ständig die Uhr und höre mich immer wieder sagen dass die Mädels doch mal ein bisschen schneller machen sollen, denn wir müssten ja nun auch bald zum Kindergarten.
Das gleiche Spiel ist dann beim anziehen, beim Rucksack aufsetzen und und und. Aber warum ist das so? Ist es wirklich so schlimm dass wir dieses Mal nicht pünktlich im Kindergarten ankommen. Würden die Mädels ihre Zähne vielleicht noch gründlicher putzen wenn ich sie nicht so unter Druck setzen würde? Man weiß es nicht aber diese Gedanken schwirren in letzter Zeit ganz oft in meinem Kopf umher.

Ich hätte gern ein wenig mehr der Gelassenheit von damals wieder. Ich habe manchmal wirklich das Gefühl dass ich unseren beiden so immer wieder Druck mache und dass sich dadurch eine arg angespannte Situation entwickelt. Denn wenn man sich die Momente einmal genauer anschaut, sieht man zB. das Motti nicht trödelt auf dem Weg zum Kindergarten, sondern dass sie sich gewisse Dinge genauer ansieht. Oder auch dass der Mini-Muffin eben noch dieses Bild zu Ende malen möchte ,weil sie es mir schenken will und ich immer wieder sage dass wir nun aber endlich los müssen.

Das Ganze macht mich irgendwie traurig. Denn wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, ist es manchmal wirklich sehr übertrieben von mir . Ich könnte einfach wesentlich gelassener sein aber es ist irgendwie schwerer als man denkt. In der heutigen Zeit steht man irgendwie immer unter Druck und überträgt das leider auch schon auf seine Kinder. Ja und wenn sie Babys sind, dann ist es nicht so. Dann gibt man sich die größte Mühe, jegliche Art von Druck oder Anspannung zu vermeiden, weil es sonst auf die Babys übertragen wird. Mir wurde zB. in der Stillzeit, wenn es mal wieder Probleme dabei gab, immer gesagt ich solle nicht nervös sein. Diese Nervosität würde ich auf mein Baby übertragen und das wäre fatal. Ja und heute. Heute setze ich nicht nur mich unter Druck sondern eben auch meine Kinder. Bin ich nervös sind sie es auch. Werde ich lauter werden sie es auch .
Gern hätte ich dann auch jemanden neben mir sitzen der mir sagt dass ich gelassener sein sollte aber dem ist nicht so.

Ich wünsche mir , nein ich nehme es mir fest vor, dass ich in nächster Zeit entspannter werde. Ich möchte meinen Kindern keinen Druck machen. Ich möchte Spaß mit ihnen haben aber auch in gewissen Situationen konsequent sein. Ein schwieriger Part als Elternteil wie ich finde aber das gehört nun mal zum Leben dazu. Ob ich es schaffe? Ich weiß es nicht aber ich gebe mir die größte Mühe und bin sehr zuversichtlich. Ich werde mir einfach immer wieder diese Gelassenheit von damals in meine Erinnerungen zurück rufen und meine Kinder nicht unter Druck setzen.

Ich bin sehr optimistisch 🙂

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