Familienleben | Mama sein

Mama sein // Muttertag ~ Ein hin und her der Gefühle

15/05/2017
Glückliche zweifach Mama
Es gibt da diesen einen Tag im Jahr der mir einerseits Freude und andererseits Traurigkeit bereitet. Dieser eine Tag, der seit der Geburt meiner Kinder immer wieder Erinnerungen weckt. Der Muttertag ist für so viele Mamas auf der Welt einer der schönsten Tage im Jahr. Die Kinder haben kleine Überraschungen gebastelt, der Mann hat einem einen wunderschönen Blumenstrauß gekauft und man wird schon Wochen vorher überall daran erinnert dass bald Muttertag ist. Selbstverständlich freue auch ich mich darauf, denn ich weiß dass auch mich kleine Überraschungen erwarten. Kleine gebastelte Karten, ein bisschen Schokolade und das süße Lächeln meiner beiden Mädels.

Doch ich verteile keine kleinen Geschenke

Es ist jedoch für mich so, dass ich an diesem Tag keine Blumen verschenke. Keine lieben WhatsApp Nachricht an meine Mutter schicke. Ich denke zwar daran wie ich als Kind so kleine Geschenke gebastelt habe aber das war es dann auch schon. Denn ich habe keinen Kontakt zu meiner Mutter und das schon seit mehreren Jahren. 
 
 
 
Aus mehreren Gründen habe ich den Kontakt beendet und fühle mich seit Jahren gut damit. Es ist zu viel vorgefallen und das Vertrauen einfach zerfallen. Doch ich möchte nicht ins Detail gehen und werde es auch nicht. Es betrifft nicht nur mich und so möchte ich einfach die Privatsphäre anderer bewahren. Jedoch beschäftigt es mich und gerade eben an diesem gestrigen Tag hab ich wieder bemerkt wie präsent es noch in meinem Leben ist. 
Mit der Geburt von Motti war für mich klar dass ich alles anders machen werde. Ich diese Fehler, die ich damals erfahren haben nicht machen möchte. Meine Kinder sollen Liebe , Vertrauen und Halt erhalten. Sie sollen wissen dass sie zu mir kommen können und das egal wann und egal weswegen.
 
Hand in Hand ein Leben lang
 
Sommer Mädchen glücklich
 
Mein Wunsch ist dass meine Kinder glücklich sind . Glücklich mit mir als Mutter und nie im negativen an die Vergangenheit zurück denken . Meine Kindheit war schön und ich habe viele tolle Erinnerungen daran. Doch meine Jugend, die Zeit in der ich in meinem Leben den meisten Halt gebraucht habe, diese war nicht schön. Sie war geprägt von Streit, Wut und wenig Liebe. Sie bestand aus Vorwürfen, verletzende Worte und jede Menge Missachtung. Immer wieder überlege ich, wie es wohl jetzt wäre- Wie wäre mein Verhältnis zu meiner Mutter. Würde sie Kontakt zu ihren Enkelkindern haben. Würde sie uns regelmäßig besuchen ? Und würde ich sie an Muttertag anrufen? Ich weiß es nicht. Doch ich weiß, dass es jetzt, in meinem jetzigen Leben nicht so ist. Und auch wenn ich mich seit Jahren damit abgefunden habe, verletzt es mich hin und wieder. Es verletzt mich andere Freundinnen zu sehen, die ein inniges Verhältnis zu ihrer Mama haben. Es verletzt mich zu wissen dass es diese eine Person gibt, sie sich aber nicht für uns interessiert. Und es macht mich traurig, dass meine Kinder mich am Muttertag fragen, wieso ich meiner Mama nichts schenke.
 
Mama und Motti am Steinhuder Meer

Glückliche zweifache Mama

Doch dann sehe ich meine beiden, sehe diesen tollen Mann an meiner Seite und diese wahnsinnig starke Familie hinter mir. Und dann merke ich dass all diese Trauer, diese Wut und Enttäuschung überdeckt wird von ganz viel Glück. Denn ich habe viel erreicht und geschafft. Ich habe eine eigene kleine Familie, zwei tolle Töchter, denen ich ein Leben lang zur Seite stehen will.
Es darf mich ruhig hin und wieder mal einholen und mich daran erinnern, es gehört nun mal zu meinem Leben dazu. Aber es darf mich nicht daran hindern eine gute Mama zu sein. Eine Mama die nicht die Fehler macht wie ihre. Die für ihre Kinder da ist , egal was passiert. Egal wie oft man sich streitet oder anderer Meinung ist. Denn ich habe mich, mit der Geburt meiner Kinder, dafür entschieden, ein Leben lang Mama zu sein und diese Verantwortung sollte man nicht einfach so abgeben. 
 
Mädchenpapa durch und durch
 
Selbstverständlich war ich sehr lange wütend und hatte Fragen, doch das ist Vergangenheit. Ich weiß nicht was einem im Kopf vorgehen muss um solche Entscheidungen zu treffen aber ich weiß dass es für mich eine sehr schwere Zeit war. Ohne die eigene Mutter erwachsen werden und alleine wohnen, das prägt einen. Doch dieses Zeit hat mich zu dem gemacht was ich heute bin und mir ein schönes Leben verpasst. Alles hat eben seinen Grund und wäre es anders, dann bestimmt nur halb so schön wie jetzt.
 
 
Alles Liebe,
Saskia
 
 
 

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