Gedanken

Ängste // Und dann ist da dieser eine Traum

10/06/2016

Als ich letzten Sonntag auf dem Rückweg von Düsseldorf mit der lieben Emma von Emma bloggt auf der A2 unterwegs war, unterhielten wir uns über Ängste. Ja Frauen reden auch gerne viel und intensiv während der Fahrt. Aber zurück zum Thema. Es war jedenfalls so, dass wir uns über gewisse Dinge die uns Angst machten unterhielten und eine Angst war bei beiden sehr ausgeprägt.
Das Thema Tod. Jetzt werden einige denken „wieso unterhält man sich darüber“ aber für uns war es irgendwie erleichternd dass man die selben Gedanken dazu hat und wie man evtl. damit umgehen wird.
Es ist immer schlimm einen geliebten Menschen zu verlieren, ich weiß noch sehr genau wie es sich anfühlt, es liegt gerade erst ein Jahr zurück als mein Opa uns verließ. Aber trotzdem ist das Thema irgendwie ständig ein Begleiter und gerade wenn man Familie hat.
Ich erzählte Emma von einem Traum den ich hatte und der mich seitdem immer wieder verfolgt. Und ja ich meinte wirklich verfolgt, denn er war so unheimlich realistisch. Ihr kennt dass alle, wenn man träumt und von einem Ort zum anderen springt und man schon unterbewusst bemerkt dass es ein Traum ist. Und bei diesem war das so rein gar nicht. Er lief wie ein Film ab und die Emotionen, die Gedanken und das ganze Geschehen waren wahnsinnig real. Aber ich möchte ihn euch kurz erzählen.

***

Ich lief mit Motti eine Straße entlang. Ich wusste genau wo wir uns befanden, denn diesen Weg fahre ich jeden Samstag zur Arbeit entlang. Wir gingen auf dem linken Fußweg und Motti lief, voller Stolz auf der Straßenseite. Sie hielt meine Hand fest und sagte :
“ Mama ich bin schon wirklich groß, ich laufe an der Seite wo die Autos fahren, toll oder?“
Ich nickte und lächelte sie an. Ihre Augen strahlten und man sah ihr richtig an wie stolz sie auf sich war. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Viel zu schnell. Von hinten kam ein Auto und Motti zog sich plötzlich, ohne ersichtlichen Grund von meiner Hand und lief über die Straße. Ich hörte die Reifen des Autos quietschen und sah mein Kind vor das Auto laufen. Es knallte wahnsinnig laut, ich schrie auf und musste mit ansehen wie mein Kind durch die Luft flog. Mir blieb das Herz stehen und ich rannte sofort zu ihr. Ich nahm sie in den Arm und redete immer wieder auf sie ein. Dieses Gefühl , wirklich ich kann es nicht erklären aber es war unheimlich realistisch . Sie fühlte sich so leer an und immer wieder fing sie an zu weinen und sagte mir dass sie Schmerzen hat und ihr alles weh tut. Ich sitzt gerade hier und mir laufen nur so die Tränen denn diese Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich nahm sie hoch und setze mich mit ihr auf eine Haustreppe während ich den Autofahrer anschrieh er solle doch bitte einen Rettungswagen rufen. Und dann schaut Motti mich an und weinte nichte mehr. Sie wurde immer kälter und ring nach Luft. Sie streichelte mein Gesicht und sagte nur noch dass es nicht mehr so doll weh tut und sie mich lieb hat. 

Danach wachte sie nicht mehr auf und ich weiß nur noch dass ich sie ganz fest an mich randrückte und unendlich laut schrie. 

***


Danach wachte ich auf und mir liefen nur die Tränen . Ich konnte mich kaum beruhigen und war nur noch froh wie ich all meine Lieben neben mir liegen sah. Mini rechts und Motti in der Mitte. Ich nahm Motti sofort in den Arm und muss sie so fest gedrückt haben dass sie davon wach wurde. Sie fragte mich was los ist und ich sagte ihr nur dass ich sie lieb habe und sie weiter schlafen sollte. Ich brauchte lange um danach wieder einzuschlafen denn das ganze ging mir nicht mehr aus dem Kopf.

Selbst als ich Emma von diesem Traum erzählte liefen mir die Tränen denn das Ganze war mehr als real. Es war beängstigend und macht mir auch jetzt noch Angst. 
Was würde ich tun würde eines meiner Kinder sterben ? Würde ich das verkraften, könnte ich so weiterleben wie vorher? Oder auch wenn mein Mann nicht mehr da wäre, wie würde ich damit zurecht kommen? Ich glaube auf diese Frage weiß man keine Antworte aber man möchte auch ne in dieser Situation sein . Mit Anfang 20 hab ich mir nicht über so etwas Gedanken gemacht und jetzt? Jetzt schwirrt mir dieser verkackte ( sry aber ich finde keine anderen Worte) Traum ständig durch den Kopf. Und gerade morgens wenn wir zum Kindergarten gehen bin ich noch achtsamer als ich es eh schon war.

Einige werden jetzt vielleicht denken dass ich übertreibe oder dass ich mir doch von so einem Traum nicht solche Gedanken verpassen lassen soll aber er hat es wirklich geschafft. Und wäre er nicht so realistisch gewesen sondern so wie ein Traum nun mal ist, eben ein Traum, dann wäre es mir wahrscheinlich auch egal . Aber dem ist nicht so. Ich denke seitdem viel öfter daran und ich glaube auch nicht dass das all zu schlecht ist. Denn das Thema gehört nun einmal leider zum Leben dazu und sollte uns keine Angst machen.

Hattet ihr denn schon einmal solch Träume die absolute realistisch waren und „beängstigend“ ?


  1. Hallo Saskia,

    ich hatte vor knapp zwei Monaten einen realistischen Traum, der sehr beängstigend war und ich bekam ihn auch einige Wochen nicht aus meinem Kopf.

    Ich war mit meinem jüngsten Sohn in Hannover an einer der viel befahrenen Hauptstraßen unterwegs (Hildesheimer Str.).
    Wir waren auf dem Weg zu Rossmann.
    Er trägt einen Ball unter seinem Arm. Seine andere Hand liegt in meiner Hand.
    Er geht an der Straßenseite.
    Plötzlich fällt sein Ball auf den Bürgersteig und rollt auf die Straße. Blitzschnell zieht er seine Hand aus meiner und rennt auf die Straße. Ich bin voller Panik und schreie, dass er bitte sofort von der Straße kommen soll und gleichzeitig nähert sich ein LKW und überrollt meinen Sohn…
    Es war schrecklich :'(
    Ich hatte solch einen Traum vorher noch nie.
    So beängstigend und so realistisch.

    Ich habe lange darüber nachgedacht, der Traum machte mir große Angst und ich musste auch oft mit meinem Mann und Freundinnen darüber reden.

    Mittlerweile denke ich, dass der Traum etwas damit zu tun, dass ich unsere Kinder und gerade auch unseren jüngsten Sohn wieder mal ein Stück weit mehr loslassen muss. Gerade in den letzten 8-12 Wochen wird mir immer mehr bewusst, wie rasant er sich jetzt weiter entwickelt und selbstständig wird.
    Ich kann es mir nur so erklären.

  2. Oh man ich muss direkt mit weinen 🙁 aber ich kenne das – ich träume immer sehr realistisch und lebhaft und oft sowas, ich kann danach nicht schlafen und es verfolgt mich auch wochenlang. Durch meinen Beruf komme ich sowieso viel in Kontakt mit tot und sterben und man erlebt so viele Einzel Schicksale das ich dieses Gefühl oft mit nachhause nehme und meine Hannah manchmal intensiver drücke und ihr öfter sage das ich sie lieb habe, mit diesen Gedanken im Kopf. Es ist schwer und das Herz bleibt schwer, aber man muss irgendwie weiter leben, und versuchen sich nicht von diesem Gefühl einholen zu lassen. Wenn wir uns von diesem Gefühl bestimmen lassen geht es einem immer schlecht und wer will mir Angst leben ? Es ist leicht das zu schreiben und schwer das auszuführen ich weiß, gib dir noch etwas Zeit, denn auch wenn es nur ein Traum ist, ist es etwas was bleibt im Kopf und im Herzen und es macht einen traurig und verwirrt einen. Ich hoffe dir geht es bald besser. Liebe Grüße Jenny

  3. Ich denke auch dass es viel mit den eigenen Ängsten zu tun hat uns die Träume damit etwas sagen wollen.
    Aber so einen Traum, der so intensiv und "real" war hatte ich noch nie und ging bzw geht mir bis jetzt nicht aus dem Kopf. Und immer wenn ich davon erzähle laufen mir die Tränen.
    Ich hoffe dass ich es irgendwann in den Hintergrund stellen kann.

    Danke jedenfalls für deine lieben Worte 🙂

  4. Ja wie du schon sagst, es ist schwer sich nicht davon leiten zu lassen.
    Ich gebe mir auch die größte Mühe und ich denke irgendwann schaff ich das auch. Mir geht es dadurch nicht wesentlich schlechte aber es beschäftigt mich und ich bin auf jeden Fall achtsamer.
    Vielleicht ist das übertrieben aber ich denke so komme ich ganz gut damit zurecht. Schon Wahnsinn irgendwie wie sehr so ein Traum einen beeinflussen kann.

    Liebe Grüße
    Saskia

  5. Puh Saskia, was für ein heftiger Traum… ich kann mich da Jenny nur anschließen, ich hab direkt Tränen bekommen und war so berührt. Es muss schlimm für dich gewesen sein, ich mag mir das gar nicht ausmalen und wenn ich an Tod meiner Liebsten denke… nee, lieber nicht. Das würde ich nicht verkraften. Sie sind alles für mich.
    Aber ich kenne durchaus auch Träume, die einen total nachgehen. Bisher sind jedoch alle wieder verblasst. Ich hoffe und wünsche dir sehr, dass auch deiner immer blasser wird.
    Ganz liebe Grüße und danke fürs Teilen. Ich werd meine Große nachher auch ganz doll drücken.
    Janina

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